Die Pilzfibel


Schutz vor Vergiftungen

Viele Menschen verzichten auf den Genuß von Pilzen, weil sie eine Vergiftung befürchten. Tatsächlich erkranken auch jährlich Menschen nach dem Genuß giftiger Pilze. Diese Erkrankungen können mit dem Tode enden, wenn ärtzliche Hilfe nicht möglich ist oder zu spät kommt.

Ermittlungen bei Pilzvergiftungen ergeben fast immer als Ursache Unkenntnis der giftigen Arten oder Verwechselung giftiger mit ähnlich aussehenden eßbaren Arten durch ungenaue Kenntnis und Unachtsamkeit.

Pilzvergiftungen werden vermieden, wenn man sich beim Sammeln auf die Pilze beschränkt, die einem gut bekannt sind. Möchte man unbekannte Pilze essen, so muß eine Pilzberatungsstelle aufgesucht werden. Selbstverständlich kann man das nötige Wissen auch aus Büchern erwerben. Jedoch hüte man sich davor, nur nach dem Bild zu urteilen. Die Beschreibung muß Wort für Wort mit dem Pilz verglichen werden. Da sich viele Pilze sehr ähnlich sind, muß diese Aufforderung unbedingt wörtlich genommen werden! Jede Abweichung muß zu Zweifeln Anlaß geben und Grund dafür sein, auf den Verzehr dieses Pilzes zu verzichten.

Außerdem ist es notwendig, sich das Aussehen und die wichtigsten Merkmale der tödlich giftigen Pilze (Grüner Knollenblätterpilz, Fliegenpilz, Brauner Fliegenpilz, Pantherpilz, Ziegelroter Rißpilz, Kahler Krempling, Feldtrichterling und Frühlingslorchel) unbedingt fest einzuprägen und öfter zu wiederholen. Wie leicht findet man die wenigen Minuten, die dazu erforderlich sind, und welches Leid könnte bei Einhaltung dieser kleinen Mühe vermieden werden!

Leichte Pilzvergiftungen äußern sich oft bald nach dem Genuß, die lebensgefährlichen Knollenblätterpilzvergiftungen jedoch erst nach Stunden. Schnellste ärztliche Hilfe ist in jedem Falle erforderlich.

Neben den echten Pilzvergiftungen kommen auch Erkrankungen durch zu alte oder verdorbene Pilze vor. Deshalb Vorsicht vor zu alten, stark durchwässerten oder gar gefrorenen Pilzen.

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